Sichtungskategorien

Sichung: Einen Überblick verschaffen

Ein Massenanfall an Verletzten zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass in den ersten Einsatzphasen nicht - wie im Rettungsdienstalltag - jedem Verletzten sofort eine vollumfängliche medizinische Versorgung zukommt.

Deshalb ist insbesondere wichtig, dass keine Behandlung von leicht verletzten Betroffenen zu Lasten der Versorgung von lebensbedrohlich Verletzten stattfindet. So gilt unabhängig von der Größe der Lage:

  • Besteht mehr Bedarf an Versorgungskapazitäten als Einsatzmittel vorhanden sind, so muss vor der Behandlung ein Gesamtüberblick eingeholt werden.

Die taktische Maßnahme der "Sichtung" ermöglicht diesen Überblick: Bei der Sichtung (stets durch einen Arzt) werden die Verletzten in verschiedene Kategorien eingeteilt. Durch die Zuordnung entstehen Prioritäten bei der Behandlung: Während leicht Verletzte im ersten Moment nur betreut werden, können die Einsatzkräfte sich auf die lebensrettenden Maßnahmen bei lebensbedrohlich Verletzten konzentrieren.

Die Sichtungskategorien sind wiefolgt unterteilt:

Schnell erkennbar: Verletztenanhängerkarten

Um jederzeit einen guten Überblick über die vergebenen Sichtungskategorien zu haben und unnötige Mehrfachsichtungen zu vermeiden, werden Betroffene mit Verletztenanhängekarten registriert. Dabei wird das Sichtungsergebnis zum einen auf der Karte eingetragen und zum anderen lässt sich die Sichtungskategorie mit entsprechenden Farbkodierungen in der Umhängekarte darstellen.

  • rot
    Kategorie I - vitale Bedrohung
  • gelb
    Kategorie II - schwer Verletzt
  • grün
    Kategorie III - leicht Verletzt
  • blau
    Kategorie IV - ohne Überlebenschance

Die entsprechenden Karten sind auf den Notarzteinsatzfahrzeugen und bei den Führungsunterstützungseinheiten im Landkreis Osnabrück vorrätig und können somit bereits in der frühen Einsatzphase, im Fachjargon auch "Chaosphase" genannt, eingesetzt werden.